Amnesty-Briefmarathon am AJG

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Über drei Millionen Briefe und Nachrichten für Menschen in Gefahr erwartet

Bildschirmfoto 2015 12 02 um 14.31.09Am Donnerstag, den 10. Dezember 2015 wird die Pausenhalle zu einem riesigen Schreibtisch. Schüler und Schülerinnen aller Klassen und Stufen können sich dann am weltweiten Briefmarathon von Amnesty International beteiligen. Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt schreiben vom 4. bis 18. Dezember 2014 Briefe und Appelle für Menschen, die sie noch nie getroffen haben. Anlass der weltweit größten Briefaktion ist der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember.

"Ein einzelner Brief kann ungelesen weggelegt werden. Doch Tausende, die auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, sind für Regierungen und Behörden schwer zu ignorieren", weiß Felicia Wache (Schülerin der EF und Sprecherin der Amnesty-AG).  Die Menschenrechtsorganisation erwartet rund drei Millionen Briefe, Faxe, E-Mails, Tweets und SMS aus weit über 100 Ländern.

Die Nachrichten richten sich an von Menschenrechtsverletzungen betroffene Personen oder dafür verantwortliche Regierungsstellen. Amnesty International Deutschland setzt sich in diesem Jahr zum Beispiel für Waleed Abu Al-Khair ein, der unter anderem für die Gründung der Menschenrechtsorganisation Monitor of Human Rights in Saudi Arabia zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Außerdem ist Yecenia Armenta Teil des diesjährigen Briefmarathons. Sie wurde in Mexiko unter schwerer Folter gezwungen, ein Verbrechen zu gestehen, das sie nach eigener Aussage nie begangen hat: Den Mord an ihrem Ehemann. Das Geständnis, das sie unterschrieb, hat sie nie lesen dürfen. Oder Albert Woodfox, ein ehemaliges Mitglied der Black Panther Party. Er sitzt seit 43 Jahren wegen Mordes in Einzelhaft, obwohl das Urteil gegen ihn mehrfach aufgehoben wurde und ein Richter im Juni 2015 seine bedingungslose Freilassung angeordnet hat.

Der Briefmarathon von Amnesty ist eine Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen sucht. Im letzten Jahr haben Menschen aus 200 Ländern und Territorien über 3 Millionen Appelle verfasst. Rund 170.000 davon kamen allein aus Deutschland. Die Flut der Briefe zeigte Erfolg: Unter anderem wurde der zum Tode verurteilte Moses Akatugba aus Nigeria begnadigt und freigelassen. Der Gouverneur des Bundesstaates Delta, Dr. Emmanuel Uduaghan, begnadigte ihn Ende Mai 2015 angesichts des öffentlichen Drucks, den unter anderem Amnesty International aufgebaut hatte. Gleichzeitig zeigen die Reaktionen Betroffener, dass ihnen die Solidarität sehr wichtig ist. Gegen Unrecht zu kämpfen und zu wissen, dass man nicht alleine ist, gibt Menschen Kraft und Hoffnung.

Jeder kann auch online mitmachen auf: www.amnesty.de/briefmarathon. 

Tags: Sozialkompetenz